Traditionelle Frauenkleidung
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Die traditionelle Kleidung der Frauen in Peru ist berühmt für kunstvoll gewebte Textilien, farbenfrohe Lagen und markante Hüte:
- Pollera: ein weiter, in Falten gelegter Wollrock der Quechua- und Aymara-Frauen im Andenhochland. Oft werden drei bis sechs Röcke übereinander getragen, was vor der Kälte schützt und eine charakteristische Silhouette schafft. Die Säume sind mit bunten Borten und Stickereien verziert, die das Heimatdorf der Trägerin verraten.
- Lliclla: ein schweres, rechteckiges Schultertuch, das vor der Brust mit einer kunstvollen Silber- oder Bronzenadel (Tupu) zusammengehalten wird. Es wärmt und dient zugleich als praktisches Tragetuch für Kleinkinder und Einkäufe.
- Montera: regionaltypische Filzhüte mit Bändern und Perlen, deren Form – vom flachen Tellerhut in Cusco bis zum Strohhut im Norden – Auskunft über Herkunft und Familienstand gibt.
- Chaquetilla: eine taillierte Wolljacke mit bunten Stickereien, die über der Bluse getragen wird.
Traditionelle Männerkleidung
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Die traditionelle Männerkleidung im Hochland Perus ist wetterfest, praktisch und eng mit der Webkunst verbunden:
- Poncho: das zentrale Obergewand der Männer in den Anden, handgewebt aus Alpaka-, Lama- oder Schafwolle. Er besteht aus zwei zusammengenähten Bahnen mit einer Kopföffnung, ist an den Seiten offen und bietet volle Bewegungsfreiheit bei der Arbeit auf dem Feld und beim Reiten. Farben und Streifenmuster zeigen die Gemeinschaft des Trägers an. Mehr dazu auf unserer Poncho-Seite.
- Chullo: eine handgestrickte Wollmütze mit Ohrenklappen und Flechtbändern, die von Männern und Jungen getragen wird. Die eingestrickten Symbole spiegeln Tiere, Berge und Naturphänomene der Anden wider.
- Bayeta-Hosen und Chumpi: Dazu tragen Männer Hosen aus handgewebtem Wollstoff (Bayeta), eine gemusterte Schärpe (Chumpi) an der Taille und feste Sandalen (Ojotas). In der Inka-Zeit trugen Männer die seitlich genähte Tunika Unku.
Webtradition
Die Webkunst der Anden ist mehrere tausend Jahre alt. Vor der spanischen Eroberung trugen Männer bei den Inka den Unku, eine knielange, an den Seiten vernähte Tunika, Frauen ein gewickeltes Kleid (Aqsu), das mit Tupu-Nadeln gehalten wurde. Die heutige Kleidung im Hochland verbindet diese andinen Wurzeln mit Elementen aus der Kolonialzeit, etwa Schafwolle und bestimmten Schnitten von Rock und Jacke.
In vielen Gemeinschaften wird weiterhin gewebt, vor allem in der Region Cusco und rund um den Titicacasee. Frauen spinnen oft mit der Handspindel, während sie gehen oder sich unterhalten, und viele weben am Rückengurtwebstuhl. Naturfarben sind nach wie vor in Gebrauch, darunter Rot aus der Cochenilleschildlaus. Auf der Insel Taquile im Titicacasee stellen Frauen und Männer Textilien her, das Stricken ist traditionell Aufgabe der Männer. „Taquile und seine Textilkunst“ gehört zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Regionale Vielfalt
- Die Küste: Hier zeigt die Kleidung spanische, afrikanische und indigene Einflüsse. Die Marinera, oft als Nationaltanz Perus bezeichnet, tanzen Paare mit einem Taschentuch in der Hand. Im nördlichen Stil tanzen die Frauen meist barfuß in weiten Röcken und Blusen mit Spitze oder Stickerei, die Männer tragen einen Strohhut und einen leichten Poncho oder eine Jacke.
- Amazonien: Im Amazonasgebiet leben viele indigene Völker mit jeweils eigenen Kleidungstraditionen. Die Asháninka etwa sind für die Cushma bekannt, eine lange Tunika aus Baumwolle, die Shipibo-Konibo für ihre geometrischen Muster namens Kené, die auf ihren Textilien zu sehen sind.
Hochzeitskleidung
Hochzeitsbräuche unterscheiden sich in Peru stark, zwischen Stadt und Land ebenso wie zwischen Regionen und Gemeinschaften. In vielen Dörfern des Hochlands tragen Brautpaar und Gäste ihre beste Festkleidung, die oft eigens für den Anlass neu gewebt oder bestickt wird. Gefeiert wird manchmal mehrere Tage lang, mit Musik und Tanz.
In den Städten entscheiden sich viele Paare für ein weißes Brautkleid und einen Anzug, manche ergänzen andine Textilien oder Accessoires. Im ganzen Land spielen Paten (Padrinos) oft eine wichtige Rolle und beteiligen sich mitunter an den Kosten der Hochzeit.
Feste und Feiertage
- Inti Raymi, das Sonnenfest der Inka, wird jedes Jahr am 24. Juni in Cusco nachgestellt. Die Darstellerinnen und Darsteller tragen Kostüme, die von der Kleidung der Inka inspiriert sind.
- Zum Fest der Virgen de la Candelaria in Puno im Februar kommen Tausende Tänzerinnen, Tänzer und Musiker zusammen. Die Kostüme reichen von bestickten Maskenkostümen bis zur Tracht einzelner Gemeinden. Auch dieses Fest gehört zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
- Viele Orte feiern Patronatsfeste, bei denen die Menschen Festkleidung tragen und Tanzgruppen in einheitlichen Kostümen auftreten.
Traditionelle Kleidung heute
In vielen Gemeinschaften des Hochlands, vor allem bei Frauen, gehört die traditionelle Kleidung noch zum Alltag, andere tragen sie nur zu Festen und Gemeindeanlässen. In den Städten kleiden sich die meisten Menschen westlich. Webkooperativen und Textilzentren, besonders in der Region Cusco, bewahren Techniken und lokale Muster und verkaufen ihre Stoffe direkt. Wenn du Menschen in traditioneller Kleidung fotografieren möchtest, frag vorher um Erlaubnis.





