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Traditionelle Kleidung in Japan

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Das bekannteste traditionelle Kleidungsstück Japans ist der Kimono, ein aus geraden Stoffbahnen genähtes Gewand, das um den Körper gewickelt und mit einem breiten Gürtel, dem Obi, gehalten wird. Im Alltag tragen die meisten Menschen heute westliche Kleidung und ziehen den Kimono zu Hochzeiten, Festen und anderen besonderen Anlässen an.

Farbholzschnitt einer jungen Frau in einem roten, geblümten Kimono mit schwarzem Obi, zu ihren Füßen ein kleiner Hund
Bild: Torii Kiyonaga, The Metropolitan Museum of Art · Public domain (CC0)

Traditionelle Frauenkleidung

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Die traditionelle Kleidung der Frauen in Japan steht im Zeichen des Kimono, eines T-förmigen Gewands aus geraden Seiden- oder Baumwollbahnen, das mit einer breiten Schärpe (Obi) an der Taille gebunden wird. Die Frauenstile richten sich nach Alter, Familienstand und Anlass:

  • Furisode: der festlichste Kimono für unverheiratete junge Frauen mit auffallend langen Schwingärmeln (bis zu 110 cm), getragen zum Tag der Volljährigkeit (Seijin no Hi), zu Abschlussfeiern und Hochzeiten.
  • Kuro-Tomesode: ein schwarzer Seidenkimono mit fünf Familienwappen (Kamon) und Mustern ausschließlich unterhalb der Taille – die formellste Tracht für verheiratete Frauen und Mütter bei Hochzeiten.
  • Houmongi: eleganter Besuchskimono mit über die Nähte fließenden Mustern für Teezeremonien und Festessen.
  • Yukata: ein ungefütterter, leichter Baumwollkimono, der im Sommer zu Feuerwerken und Straßenfesten getragen wird.
  • Brautgewänder: Bräute tragen den reinweißen Shiromuku mit weißer Haube (Wataboshi) oder den prachtvoll mit Kranichen und Goldfäden bestickten Irouchikake-Mantel.
  • Mehr dazu auf unserer Kimono-Seite.

Traditionelle Männerkleidung

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Die traditionelle Männerkleidung in Japan zeichnet sich durch dezente Farben und klare Formen aus:

  • Männer-Kimono: meist in gedämpften Tönen wie Dunkelblau, Grau, Braun oder Schwarz gehalten, mit kürzeren Ärmeln und einem schmaleren Gürtel (Kaku-Obi), der tief auf den Hüften gebunden wird.
  • Hakama: ein weiter, gefalteter Hosenrock, der über dem Kimono getragen wird. Die sieben Falten stehen traditionell für ritterliche Tugenden wie Güte, Gerechtigkeit und Treue.
  • Haori: eine hüftlange Jacke, die offen über Kimono und Hakama getragen und vor der Brust mit geflochtenen Seidenbändern (Haori Himo) zusammengehalten wird.
  • Montsuki Hakama: die festlichste Männerkleidung, bestehend aus schwarzem Kimono und Haori mit fünf weißen Familienwappen (Kamon) sowie gestreifter Hakama. Sie wird von Bräutigamen, bei Ehrungen und zur Teezeremonie getragen.

Hochzeitskleidung

Bei einer traditionellen Shintō-Hochzeit trägt die Braut meist einen Shiromuku, ein ganz in Weiß gehaltenes Kimono-Ensemble. Weiß steht für Reinheit und einen Neuanfang. Das Haar bedeckt sie mit einer weißen Haube (Wataboshi) oder einem Kopfschmuck namens Tsunokakushi. Viele Bräute wechseln später für die Feier in einen Iro-Uchikake, einen farbenfrohen, reich bestickten Übermantel.

Der Bräutigam trägt traditionell einen schwarzen Montsuki-Kimono mit seinem Familienwappen, dazu eine Haori-Jacke und einen gestreiften Hakama. Viele Paare in Japan feiern heute westlich oder gemischt, doch für die Zeremonie im Schrein ist der Shiromuku weiterhin beliebt.

Feste und Feiertage

Mehrere Anlässe im Jahr sind eng mit traditioneller Kleidung verbunden:

  • Am Tag der Volljährigkeit (Seijin no Hi), dem zweiten Montag im Januar, werden junge Erwachsene gefeiert. Viele junge Frauen tragen dann einen Furisode, einen Kimono mit langen, schwingenden Ärmeln.
  • Shichi-Go-San („Sieben-Fünf-Drei“) um den 15. November feiert Kinder im Alter von drei, fünf und sieben Jahren. Die Kinder tragen für den Schreinbesuch oft Kimono.
  • Sommerfeste und Feuerwerke sind die Zeit des Yukata, eines leichten, ungefütterten Baumwollkimonos, der sich einfach anziehen lässt und bei Hitze angenehm ist.
  • Auch der Schreinbesuch zu Neujahr ist ein beliebter Anlass für den Kimono.

Kimono-Etikette

Die wichtigste Regel: Die linke Seite des Kimonos wird über die rechte geschlagen, bei Frauen wie bei Männern. Rechts über links ist Verstorbenen vorbehalten.

Außerdem gibt es verschiedene Stufen der Förmlichkeit. Sie ergeben sich aus der Art des Kimonos, der Anordnung der Muster und der Zahl der Familienwappen (Kamon), von einem bis fünf. Ein schwarzer Kimono mit fünf Wappen und Mustern nur unterhalb der Taille (Kuro-Tomesode) ist der förmlichste Kimono für verheiratete Frauen, der Furisode der förmlichste für unverheiratete. Ein Kimono mit kleinem, sich wiederholendem Muster (Komon) passt zu zwanglosen Anlässen.

Traditionelle Kleidung heute

Kimonos sind teuer, und das Anziehen erfordert Übung. Viele Menschen leihen sich deshalb für besondere Tage einen Kimono oder lassen sich von einer professionellen Ankleiderin (Kitsuke) helfen. In historischen Vierteln, etwa in Kyōto, gibt es zahlreiche Kimono-Verleihe. Der Yukata wird dagegen jeden Sommer noch häufig getragen, und viele traditionelle Gasthäuser (Ryokan) stellen ihn ihren Gästen zur Verfügung.

Kleidungsstücke aus Japan

  • Roter Furisode-Kimono mit langen, schwingenden Ärmeln, bestickt mit Phönixen, Kirschblüten, Pfingstrosen und Ahornblättern

    Kimono

    Japans T-förmiges Gewand, links über rechts gewickelt und mit einem Obi gebunden.

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