Viele Völker, viele Stile
China erkennt offiziell 56 Volksgruppen an. Die Han bilden die große Mehrheit der Bevölkerung, und viele der übrigen Gruppen haben ihre eigene, unverwechselbare Kleidung. In manchen ländlichen Gegenden wird sie noch täglich getragen, anderswo vor allem zu Festen und Familienfeiern. Einige Beispiele:
- Tibeterinnen und Tibeter tragen die Chuba, ein langes Gewand mit weiten Ärmeln, das an der Taille gegürtet und im Hochland oft mit Schaffell gefüttert ist.
- Mongolen tragen den Deel, ein langes, seitlich geschlossenes Gewand, das sich gut zum Reiten und für kaltes Klima eignet.
- Miao-Frauen sind für feine Stickereien bekannt und in manchen Gemeinschaften für großen Silberkopfschmuck, den sie zu Festen tragen.
- Uiguren tragen oft die Doppa, eine bestickte Kappe.
Auch innerhalb einer Volksgruppe unterscheidet sich die Kleidung von Region zu Region. Die Beispiele sind daher nur grobe Umrisse.
Traditionelle Frauenkleidung
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Die traditionelle Kleidung der Frauen in China umfasst sowohl kaiserzeitliche Gewänder als auch elegante Schnitte des 20. Jahrhunderts:
- Qipao (Cheongsam): das weltbekannte chinesische Kleid, das in den 1920er-Jahren in Shanghai entstand. Es zeichnet sich durch einen hohen Stehkragen, einen asymmetrischen Verschluss mit geknoteten Stoffknöpfen (Pankou), eine figurbetonte Silhouette und seitliche Schlitze aus. In edler Seide oder feinem Brokat wurde es zum Symbol moderner chinesischer Eleganz. Mehr dazu auf unserer Qipao-Seite.
- Ruqun: die klassische Hanfu-Tracht der Frauen mit kurzer Kreuzkragenbluse (Ru) und weitem, langem Rock (Qun), der mit Seidenbändern hoch an der Taille oder über der Brust gebunden wird.
- Jacken der Qing-Zeit: weit geschnittene Seidenjacken und Gewänder mit kunstvollen Stickereien und breiten Zierborten an den Ärmeln (Shuixiu).
- Qun Kwa (Qungua): das zweiteilige traditionelle Brautgewand Südchinas aus roter Jacke und Rock, dicht bestickt mit Drachen und Phönixen in Gold- und Silberfäden.
- Silbertracht der Miao: Frauen der Miao-Minderheit tragen zu Festen kunstvoll bestickte Festtrachten mit eindrucksvollem, schwerem Kopfschmuck und Halsringen aus Silber.
Traditionelle Männerkleidung
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Die traditionelle Kleidung der Männer in China reicht von Gelehrtenroben bis zu festlichen Jacken:
- Changshan: das traditionelle lange Männergewand mit Stehkragen und seitlicher Knopfleiste, das im 19. und frühen 20. Jahrhundert das alltägliche und festliche Obergewand chinesischer Männer war.
- Tang-Anzug (Tangzhuang): eine gerade geschnittene Jacke mit Stehkragen und geknoteten Stoffknöpfen, die auf die Reitjacke (Magua) der Qing-Zeit zurückgeht und heute gern zu Neujahr und Familienfesten getragen wird.
- Shenyi und Paofu: klassische Hanfu-Gewänder von Gelehrten und Beamten mit weiten Ärmeln, übergeschlagenem Kragen (links über rechts) und Taillenschärpe.
- Kleidung der Minderheiten: Männer in Tibet tragen die lammfellgefütterte Chuba, Mongolen den zum Reiten geeigneten Deel und Uiguren die bestickte Doppa-Kappe.
Hochzeitskleidung
Rot ist in China die traditionelle Farbe der Hochzeit und steht für Freude und Glück. Früher trug die Braut oft Rot und bedeckte ihren Kopf mit einem roten Schleier, den der Bräutigam nach der Zeremonie lüftete. In der späten Kaiserzeit trugen Bräute aus wohlhabenden Familien mitunter eine Phönixkrone (Fengguan) und einen bestickten Umhang (Xiapei).
Heute wählen viele Paare in Südchina, in Hongkong und in chinesischen Gemeinschaften im Ausland für die Braut einen Qun Kwa (auf Mandarin Qungua): Jacke und Rock in Rot, mit Drachen und Phönixen in Gold- und Silberfäden bestickt. Ein ähnliches besticktes Ensemble heißt oft Xiuhe. Viele Bräute tragen für einen Teil des Tages ein weißes westliches Brautkleid und wechseln für die Teezeremonie, bei der das Paar den Älteren Tee serviert, oder für das Festessen in einen Qun Kwa, ein rotes Qipao oder ein Kleid im Hanfu-Stil. Bräutigame tragen oft einen Anzug, eine Jacke im chinesischen Stil oder ein langes Gewand.
Feste und Feiertage
- Das Neujahrsfest (Frühlingsfest) im Januar oder Februar ist der wichtigste Feiertag. Viele kaufen dafür neue Kleidung, und rote Kleidung und Accessoires sollen Glück bringen. Manche tragen im eigenen Tierkreisjahr (Benmingnian), das traditionell als Unglücksjahr gilt, bewusst Rot.
- Traditionelle Feste wie das Laternenfest und das Mondfest sind bei Hanfu-Begeisterten beliebte Tage, um sich festlich zu kleiden.
- Viele Volksgruppen tragen zu ihren eigenen Festen und Neujahrsfeiern ihre schönste Kleidung.
Traditionelle Kleidung heute
Im Alltag tragen die meisten Menschen in China westliche Kleidung. Traditionelle Elemente sieht man aber an vielen Stellen. Der Tang-Anzug (Tangzhuang), eine Jacke mit Stehkragen und geknoteten Stoffknöpfen, wird oft zu Neujahr und bei Familienfeiern getragen. Trotz seines Namens geht er größtenteils auf den Magua zurück, eine kurze Jacke der Qing-Zeit. In manchen Hotels und Restaurants gehören Uniformen im Qipao-Stil dazu, und das Qipao ist in China wie im Ausland eine beliebte Wahl für festliche Anlässe.





