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Traditionelle Kleidung in Nigeria

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In Nigeria leben Hunderte ethnische Gruppen, und die traditionelle Kleidung unterscheidet sich von Gruppe zu Gruppe. Zu den größten gehören die Hausa, Yoruba und Igbo, deren Kleidungsstile bei Hochzeiten, Festen und Gottesdiensten weit verbreitet sind.

Brautpaar in passender goldfarbener Kleidung bei einer traditionellen Hochzeit in Nigeria, die Braut mit großem Gele-Kopftuch, der Bräutigam in weitem Gewand mit Kappe
Bild: Tope. A Asokere, Unsplash · Unsplash License

Viele Völker, viele Stile

Nigeria hat Hunderte ethnische Gruppen, eine einheitliche „nigerianische“ Tracht gibt es deshalb nicht. Im Norden sind die Hausa und Fulani die größten Gruppen, im Südwesten die Yoruba und im Südosten die Igbo. Viele weitere Völker, etwa die Edo, Ijaw, Efik, Tiv und Kanuri, haben eigene Kleidungstraditionen. Religion, Rang und Anlass bestimmen die Kleidung ebenso stark wie die ethnische Zugehörigkeit.

Traditionelle Frauenkleidung

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Die traditionelle Kleidung der Frauen in Nigeria zeichnet sich durch skulpturale Formen, leuchtende Farben und edle Stoffe aus:

  • Iro und Buba: das klassische Ensemble der Yoruba-Frauen aus einem um die Hüfte gewickelten Rock (Iro) und einer weiten Bluse (Buba). Zu festlichen Anlässen gehören das kunstvoll zu Fächern und Schleifen gebundene Kopftuch (Gele) sowie eine über die Schulter gelegte Schärpe (Ipele).
  • George-Wickeltücher und Korallenperlen: Bei den Igbo und im Nigerdelta tragen Frauen zwei übereinandergelegte Wickeltücher aus George, einem schweren, reich bestickten Stoff. Dazu gehören eine Spitzenbluse, ein Kopftuch und mehrere Reihen echter, polierter Korallenperlen, die Wohlstand und Würde verkörpern.
  • Kleidung im Norden: Hausa- und Fulani-Frauen im Norden tragen oft ein Wickeltuch mit Bluse oder ein langes Gewand, dazu ein Kopftuch (Kallabi) und einen elegant über Kopf und Schultern drapierten Schleier (Mayafi).
  • Aso Oke und Adire: Festliche Frauenkleidung wird häufig aus Aso Oke gefertigt, einem in schmalen Streifen handgewebten Prachtstoff, oder aus Adire, dem traditionell mit Indigo gefärbten Baumwollstoff aus Abeokuta.

Traditionelle Männerkleidung

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Die traditionelle Männerkleidung in Nigeria ist repräsentativ und ausdrucksstark:

  • Agbada: das weite, fließende vierteilige Gewand der Yoruba-Männer, das in ganz Westafrika getragen wird. Es besteht aus dem bodenlangen Überwurf mit weiten Schulterflügeln, einem Innenhemd (Buba), einer Hose (Sokoto) und einer bestickten Kappe (Fila). Mehr dazu auf unserer Agbada-Seite.
  • Babban Riga: das große Prachtgewand der Hausa und Fulani im Norden mit aufwendigen geometrischen Stickereien an Halsausschnitt und Brust. Es wird über Hemd und Hose mit einer bestickten Hula-Kappe oder einem Turban getragen.
  • Isiagu: das charakteristische Oberteil der Igbo-Männer mit auffälligen Löwenkopfmotiven (Isi Agu bedeutet „Löwenkopf“). Es wird mit Hose oder Wickeltuch, Spazierstock und einer roten Kappe getragen, die traditionell Würdenträgern vorbehalten ist.
  • Kaftan: langes Hemd mit passender Hose, das im Alltag und zu weniger förmlichen Anlässen im ganzen Land beliebt ist.

Hochzeitskleidung

Viele Paare feiern eine traditionelle Hochzeit zusätzlich zur kirchlichen, islamischen oder standesamtlichen Trauung oder verbinden beides. Die Bräuche unterscheiden sich je nach Gruppe:

  • Bei einer traditionellen Hochzeit der Yoruba trägt das Paar oft passenden Aso Oke: die Braut mit großem Gele, der Bräutigam mit Agbada und Fila.
  • Bei einer traditionellen Hochzeit der Igbo (Igba Nkwu, „Weintragen“) sucht die Braut traditionell den Bräutigam unter den Gästen und reicht ihm einen Becher Palmwein. Igbo- und Edo-Bräute tragen oft Halsketten und Kopfschmuck aus Korallenperlen.
  • Bei Hochzeiten der Hausa sind Henna-Muster auf Händen und Füßen der Braut verbreitet.

Paare stimmen ihre Farben oft aufeinander ab, wie auf dem Foto oben, und Familie und Freunde tragen häufig Aso Ebi.

Aso Ebi und Feste

Aso Ebi (Yoruba für „Familienstoff“) ist der Brauch, dass Gäste Kleidung aus demselben Stoff tragen, den die gastgebende Familie ausgesucht hat. Er wird mit den Yoruba verbunden und ist heute bei Hochzeiten, Beerdigungen und Geburtstagen in weiten Teilen Nigerias üblich. Die Gäste kaufen den Stoff meist selbst und lassen ihn nach eigenem Geschmack schneidern.

Weitere Anlässe für traditionelle Kleidung sind:

  • Durbar-Feste in Städten im Norden wie Kano, Katsina und Zaria rund um die Eid-Feiertage, bei denen Reiter in prachtvollen Gewändern und Turbanen durch die Straßen ziehen.
  • Eid und Weihnachten, zu denen viele Menschen neue oder festliche Kleidung tragen.
  • Feste der neuen Yamswurzel in Igbo-Gemeinschaften, bei denen traditionelle Kleidung üblich ist.

Traditionelle Kleidung heute

Traditionelle Kleidung ist in Nigeria weit verbreitet, nicht nur bei Zeremonien, sondern auch im Gottesdienst, bei der Arbeit und bei öffentlichen Anlässen. Schneiderinnen, Schneider und Designer arbeiten mit Aso Oke, Spitze, George und Ankara, einem farbenfrohen Wachsdruckstoff, aus dem traditionelle wie moderne Kleidung entsteht. Viele Menschen suchen sich einen Stoff aus und lassen ihn nach Maß schneidern.

Kleidungsstücke aus Nigeria

  • Mann in einem weiten, blassblau-weißen Agbada mit passender Kappe, der seinen kleinen Sohn im Arm hält, der ebenfalls in Weiß mit Kappe gekleidet ist, an einem Strand

    Agbada

    Weites, fließendes Gewand der Yoruba, getragen über Buba-Hemd und Sokoto-Hose, mit Fila-Kappe.

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