Geschichte
Das Wort Kimono bedeutet „Ding zum Anziehen“. Das Gewand ging aus dem Kosode hervor, einem Gewand mit kleinen Ärmelöffnungen, das zunächst als Unterkleid getragen wurde. In der Edo-Zeit (1603–1868) war der Kosode zum wichtigsten Obergewand für Männer und Frauen aller Schichten geworden, und Händler, Färber und Weber entwickelten die aufwendigen Muster, für die der Kimono bekannt ist.
Ab der Meiji-Zeit (1868–1912) verbreitete sich westliche Kleidung in Japan, zuerst beim Militär und in der Verwaltung, später im Alltag. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Kimono von der Alltagskleidung zur Kleidung für Zeremonien, Feste und traditionelle Künste wie die Teezeremonie.
Die wichtigsten Kimono-Arten
- Furisode: ein Kimono mit langen, schwingenden Ärmeln, der förmlichste Kimono für junge unverheiratete Frauen. Er wird oft am Tag der Volljährigkeit und zu Hochzeiten getragen. Das Gewand auf dem Foto oben ist ein Furisode.
- Tomesode: ein förmlicher Kimono für verheiratete Frauen, nur unterhalb der Taille gemustert. Die schwarze Variante, Kuro-Tomesode, tragen enge weibliche Verwandte bei Hochzeiten.
- Hōmongi: ein „Besuchskimono“, dessen Muster über die Nähte hinweg verlaufen, für Feiern und förmliche Besuche.
- Komon: ein Kimono mit kleinem, sich wiederholendem Muster, für zwanglose Anlässe.
- Iromuji: ein einfarbiger Kimono ohne Muster, oft bei der Teezeremonie getragen.
- Yukata: ein ungefütterter Baumwollkimono für Sommerfeste, Feuerwerke und Thermalbad-Gasthäuser.
- Uchikake und Shiromuku: Übergewänder für die Braut. Der Shiromuku ist ganz weiß, der Uchikake oft farbenfroh und reich bestickt.
So wird er getragen
Unter dem Kimono trägt man ein Untergewand, den Nagajuban. Die vorderen Bahnen werden immer links über rechts gewickelt; die umgekehrte Richtung ist nur für Verstorbene üblich. Bei Kimonos für Frauen wird die überschüssige Länge an der Taille eingeschlagen, sodass das Gewand zur Körpergröße passt. Gehalten wird es von Bändern und dem Obi, einem breiten Gürtel, der auf dem Rücken gebunden wird. Förmliche Obi für Frauen können mehrere Meter lang sein und werden zu kunstvollen Knoten gebunden.
Accessoires vervollständigen die Kleidung: Tabi (Socken mit abgeteiltem großen Zeh), Zōri-Sandalen oder hölzerne Geta, bei Frauen außerdem der Obiage (ein Tuch, das oberhalb des Obi eingesteckt wird) und der Obijime (eine Kordel, die um den Obi gebunden wird). Zur förmlichen Männerkleidung gehören Hakama-Hosen und eine Haori-Jacke mit Familienwappen.
Weil das richtige Anlegen eines förmlichen Kimonos kompliziert ist, lernen es viele in einer Kimono-Schule oder buchen eine professionelle Ankleiderin.
Wann man ihn heute trägt
Kimonos werden vor allem zu besonderen Anlässen getragen: Hochzeiten, Abschlussfeiern (viele Frauen tragen dann einen Hakama über dem Kimono), dem Tag der Volljährigkeit, dem Schreinbesuch zu Neujahr, Shichi-Go-San-Feiern für Kinder, Beerdigungen und der Teezeremonie. Die Ausnahme ist der Yukata, den viele Menschen jeden Sommer ganz selbstverständlich tragen. Auf der Seite Traditionelle Kleidung in Japan erfährst du, zu welchen Festen Kimono und Yukata besonders häufig zu sehen sind.




